„Ein Stück europäische Gedenkkultur“

Als ein Stück auch europäischer Erinnerungskultur hat Dietrich Hoppenstedt, Präsident der Stiftung Niedersachsen, die Gedenkstätte Esterwegen gewürdigt. Auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers entsteht die zentrale Gedenkstätte des Landkreises an die Zeit des Nationalsozialismus im Emsland.

Von Klaus Dieckmann - Esterwegen. Rund 5,8 Millionen Euro nimmt der Landkreis Emsland in die Hand, um das Anfang der 2000er-Jahre initiierte Vorhaben zu verwirklichen. Bauen kann er dabei auf umfassende finanzielle Unterstützung von Bund, Land und Stiftungen. Einen Beitrag zur Verwirklichung des Projekts leistet dabei auch mit einem Förderbetrag in Höhe von 400000 Euro die Stiftung Niedersachsen als Kulturstiftung des Landes. Nach Darstellung von Landrat Hermann Bröring fließen diese Mittel speziell in die Ausstattung des Besucherzentrums.

Stiftungspräsident Hoppenstedt, der gestern zusammen mit Staatssekretär Joachim Werren, Generalsekretär der Stiftung, offiziell die Bewilligung der Gelder überbrachte, zeigte sich bei einem Rundgang beeindruckt vom Konzept der Gedenkstätte in Esterwegen. Diese erinnert an die insgesamt 15 Konzentrationslager, die unter dem Regime der Nationalsozialisten im Emsland bestanden hatten. Inhaftiert waren in den hiesigen Lagern in erster Linie Kriegsgefangene sowie politisch Verfolgte.

Im Rahmen der Besichtigung unterstrich Landrat Bröring, dass sich die Arbeiten zur Errichtung der Gedenkstätte „auf der Zielgeraden befinden“. Die offizielle Einweihung der Gedenkstätte Esterwegen solle am 31. Oktober im Beisein von Ministerpräsident David McAllister stattfinden.

Derzeit konzentrieren sich die Bauarbeiten laut Bröring auf zwei Lagerhallen des ehemaligen Bundeswehrdepots, die zu einem Besucherinformationszentrum umgebaut werden. In dem Komplex entstünden unter anderem Räumlichkeiten für eine Dauerausstellung zu den Emslandlagern, Seminarräume sowie weitere Bildungs- und Kommunikationsangebote. Ein stählerner Steg, der von der ehemaligen Lagerstraße durch das Besucherzentrum bis in das angrenzende Moor führt, beziehe das Moor als den berüchtigten Arbeitsort der Häftlinge unmittelbar in das Gedenkstättenkonzept mit ein, knüpfte Andrea Kaltofen, Fachbereichsleiterin Kultur beim Landkreis, an. Markante Elemente der Gedenkstätte sind großformatige Stahlelemente, die sowohl für die Topografie des ehemaligen Lagers mit seinen Wachtürmen und Toren stehen als auch in ihrer Gestaltungsform Symbole für Gewalt und Bedrohung sind.

Schrittweise hatte der Landkreis seit 2001 das Gelände vom Bund übernommen und mit dem Aufbau der Gedenkstätte begonnen. Im Jahr 2006 war mit dem Rundweg ein erstes Element fertiggestellt worden. Seit dem Jahr 2007 zeichnet maßgeblich die Stiftung Gedenkstätte Esterwegen für die Verwirklichung des Projekts verantwortlich.

Nächste Öffentliche Führung:

Von Februar bis Dezember an jedem 1. Sonntag im Monat um 11:00 Uhr und 15:00 Uhr.
Eine Anmeldung für Einzelbesucher ist nicht erforderlich.