Eine Spende gegen das Vergessen

Erlös aus Theaterprojekt für Gedenkstätte

andi Sögel. Sie haben nicht nur auf der Bühne gegen das Vergessen menschlicher Grausamkeiten unter der Nazi-Herrschaft angespielt: Die Akteure und Organisatoren des Theaterstücks "Kegen dat Vergeeten" haben jetzt die Einnahmen aus ihrer Tournee der Stiftung Gedenkstätte Esterwegen gespendet und so einen weiteren Beitrag zum Erhalt der Erinnerung geleistet.

Den symbolischen Scheck über 4.513,38 Euro überreichte am Montagabend der Vorsitzende des Kreisheimatvereins Aschendorf-Hümmling, Karl-Heinz Weber, an den Ersten Kreisrat Reinhard Winter als Vertreter des Landkreises, der Träger der neu gegründeten Stiftung ist. Rund 1800 Zuschauer hatten im vergangenen Herbst die Szenenfolge der Rastdorfer Autorin Thekla Brinker an mehreren Orten im Emsland gesehen.

"Das ist der Schweiß der Akteure und das Engagement aller Beteiligten, die in diesem Geld stecken", sagte Winter anerkennend bei der Feierstunde im Heimathof Sögel, zu der noch einmal alle Darsteller und die Sänger des mitwirkenden Männergesangvereins Surwold zusammengekommen waren. "Was da auf den Weg gebracht wurde, ist ein besonderes Stück Emsland", so Winter weiter. Hier werde dem Nationalsozialismus nicht aus dem Weg gegangen, stattdessen würden die Dinge aufbereitet.

Mit dieser Haltung erklärt Winter auch die damals kurzfristige Entscheidung des Landkreises, das ehemalige KZ-Gelände in Esterwegen nach dem Abzug der Bundeswehr zu übernehmen. "Wir haben ad hoc gesagt, dass man an so einem belasteten Ort nicht zur Tagesordnung übergehen kann", erklärte er die Entscheidung, hier eine zentrale Gedenkstätte zu errichten. "Jeder Euro ist wichtig, weil wir als Stiftung Kapital sammeln, um die Arbeit machen zu können." Es sei keineswegs selbstverständlich, dass man sich im Ehrenamt auch mit diesem Thema beschäftigt, lobte Winter.

Auch Karl-Heinz Weber bedankte sich noch einmal bei allen Beteiligten für ihren Einsatz, und Günter Wigbers, Bürgermeister der Samtgemeinde Sögel, die zusammen mit dem Heimatverein Sögel Gastgeber der Feier war, sprach ihnen seine ausdrückliche Anerkennung aus.

Meppener Tagespost am 27.08.2008

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