Gedenkstätte Esterwegen: Die historischen Orte heute

15 Emslandlager gab es insgesamt von 1933 bis 1945 auf dem Gebiet der heutigen Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim. Etwa 200000 Häftlinge saßen in dieser Zeit in den Konzentrations-, Strafgefangenen- sowie Kriegsgefangenenlagern ein.1981 wurde das „Aktionskomitee für ein Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager“; gegründet. Es veröffentlichte 1983 die Broschüre „Auf der Suche nach den Moorsoldaten“ mit Informationen zu den ehemaligen Lagerstandorten – sie wurden nach 1945 u.a. als Bundeswehrdepot, Justizvollzugsanstalt oder landwirtschaftliche Flächen genutzt. Zeitgleich ließ der Landkreis die Geschichte der Lager wissenschaftlich erforschen.

Als Trägerverein eröffnete das Komitee 1985 in Papenburg die erste Dauerausstellung zum Thema. Anfang der 90er Jahre ließ der Kreis die zwölf im Emsland gelegenen ehemaligen Standorte mit Infotafeln beschildern. 1993 konnte das Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager den durch den Landkreis, das Land sowie die Stadt Papenburg finanzierten Neubau an der Wiek rechts 22 in Papenburg beziehen.

Neun Lagerfriedhöfe sind als „Kriegsgräberstätten“ ausgewiesen, der Friedhof Bockhorst/Esterwegen zudem als „Gedenkstätte Esterwegen“. Im November 2001 übernahm der Landkreis schließlich vom Bund einen Teil des ehemaligen Lagergeländes in Esterwegen, um am historischen Ort eine Gedenkstätte einzurichten. Bis dahin war das Gelände als Bundeswehrdepot genutzt worden. Seit 2003 werden wissenschaftlich begleitete Jugendcamps auf dem Gelände angeboten, und eine Arbeitsgruppe erarbeitet Gestaltungs- und Nutzungsmöglichkeiten.

(vb)

Nächste Öffentliche Führung:

Von Februar bis Dezember an jedem 1. Sonntag im Monat um 11:00 Uhr und 15:00 Uhr.
Eine Anmeldung für Einzelbesucher ist nicht erforderlich.