Gedenkstätte Esterwegen wächst und gedeiht

In dem Konzentrationslager wurden Menschen zu Tode gequält. Die Stiftung Niedersachsen gibt 400 000 Euro für den Bau eines Besucherinformationszentrums.

ESTERWEGEN - Zu den letzten Arbeiten an der Gedenkstätte Esterwegen, ehemaliges KZ, gehört der Bau eines Besucherinformationszentrums, für dessen Ausstattung die Stiftung Niedersachsen 400 000 Euro bereitgestellt hat. Der Eingang besteht aus einer Konstruktion aus Glas, Kunststoff und Beton und verbindet zwei ehemalige Lagerhallen, die in den 60er Jahren von der Bundeswehr erbaut worden waren. Bis 2002 diente das Gelände als Depot. In der Osthalle entsteht in Zusammenarbeit mit dem Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) aus Papenburg eine Dauerausstellung über die 15 Emslandlager. Außerdem sind Flächen für eine Wechselausstellung vorgesehen. Zudem werden dort Seminarräume gebaut. In der Westhalle entstehen derzeit Garderoben, ein Sanitärbereich und eine Cafeteria.

"Die Gedächtniskultur ist auch Kulturförderung. Und wir stehen hier an einem Ort, an dem sich die Unfreiheit widerspiegelt, wie sie sich in Deutschland nach 1933 in einer unvorstellbaren Geschwindigkeit ausbreitete", sagte am Mittwoch der Präsident der Stiftung Niedersachsen, Dr. Dietrich Hoppenstedt, während einer Begehung des Geländes. "Mit Blick auf diesen Ort ist die Demokratie nichts Selbstverständliches, sondern ein Gut, für das man sich jeden Tag aufs Neue einsetzen muss", so Hoppenstedt weiter.

"Der Aufbau der Gedenkstätte wird weit über die regionalen Grenzen hinaus verfolgt. Insbesondere die Niederländer schauen auf uns, wie man im Emsland mit dem dunkelsten Kapitel unserer Vergangenheit umgeht. Dort gibt es die Gedenkstätte Westerbork", sagte Landrat Hermann Bröring. Am 31. Oktober wird die Gedenkstätte von Ministerpräsidenten David McAllister eröffnet. Die Gesamtkosten für die Gedenkstätte belaufen sich auf 5,8 Millionen Euro.

Nächste Öffentliche Führung:

Von Februar bis Dezember an jedem 1. Sonntag im Monat um 11:00 Uhr und 15:00 Uhr.
Eine Anmeldung für Einzelbesucher ist nicht erforderlich.