Gedenkstätte Esterwegen wird am 31. Oktober eröffnet

„Das war ein langer und schwieriger Weg. Diese Gedenkstätte ist aber auch eine für das Emsland sehr wichtige Wegmarke“, betonte Landrat Hermann Bröring und skizzierte vor einem Rundgang über das Gelände noch einmal wichtige Eckpunkte der Gedenkstätte.

Rund 200000 Menschen waren zwischen den Jahren 1933 und 1945 in den 15 ehemaligen Emslandlagern inhaftiert. Die offizielle Einweihung der zentralen Gedenkstätte für all diese Lager wird am 31. Oktober dieses Jahres an einem der letzten Arbeitstage des Landrates stattfinden.

„Uns war es ein wichtiges Anliegen, den Kreistagsmitgliedern vor dieser Einweihung noch einmal das Gelände und den Fortgang der Arbeiten zu zeigen“, betonte der scheidende Verwaltungschef zu Beginn seiner letzten Kreistagssitzung, die aus diesem Grund auch in den ehemaligen Bundeswehrhallen am Esterweger Gedenkstätten- und ehemaligen Lagergelände stattfand.
Vor knapp zehn Jahren hatte der Landkreis das Gelände des ehemaligen Konzentrations- und Strafgefangenenlagers vom Bund übernommen. Erste Aktivitäten von Bürgern zur Aufarbeitung dieses Teils der emsländischen Geschichte gab es zu Beginn der 60er-Jahre.
„Diese waren noch nicht von Erfolg gekrönt. Heftige Diskussionen gab es auch rund um die geplante Errichtung des Ossietzky-Gedenksteines“, erläuterte Bröring. Forschungsprojekte zu den Emslandlagern, die Gründung des DIZ in Papenburg, die Übernahme des Geländes 2001 und die anschließende archäologische Erkundung sowie die Gründung einer eigenen Expertenkommission und letztlich 2007 der Stiftung „Gedenkstätte Esterwegen“ waren weitere Schritte zur Einrichtung der Gedenkstätte, die 2006 ihren noch vorläufigen Betrieb aufnahm.

Nach Gestaltung des Außengeländes laufen derzeit die Arbeiten zur Einrichtung einer Ausstellungshalle auf Hochtouren. Entstehen werden hier in ehemaligen Depothallen eine Dauerausstellung, Seminar- und Magazinräume, eine Bibliothek sowie Büros für die Stiftung sowie das Dokumentations- und Informationszentrum.
Investiert werden insgesamt 5,82 Millionen Euro – der Bund trägt davon rund 2,55 Millionen Euro, der Landkreis 1,2 Millionen Euro und die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten 1 Million Euro. Weitere Gelder kommen von der Stiftung Niedersachsen (400000 Euro), der VGH-Stiftung (100000 Euro) sowie der Niedersächsischen (400000 Euro) und der emsländischen Sparkassenstiftung (150000 Euro).
Weiterhin hat der Landkreis die Übernahme der – laut Bröring „nicht unerheblichen“ – laufenden Kosten übernommen. Zur Einweihung werden unter anderem der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister sowie der Staatsminister für Kulturangelegenheiten im Bundeskanzleramt, Bernd Neumann, in Esterwegen erwartet.

Aus: Meppener Tagespost am 16. August 2011

Nächste Öffentliche Führung:

Von Februar bis Dezember an jedem 1. Sonntag im Monat um 11:00 Uhr und 15:00 Uhr.
Eine Anmeldung für Einzelbesucher ist nicht erforderlich.