Gedenkstätte in Esterwegen: Was bisher geschah

Im November 2001 übernahm der Kreis Emsland vom Bund einen Teil des ehemaligen Lagergeländes in Esterwegen, um am historischen Ort die zentrale Gedenkstätte für die 15 Emslandlager einzurichten.

Zuvor wurde 1981 das "Aktionskomitee für ein Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager" gegründet. Dieses veröffentlichte 1983 die Broschüre "Auf der Suche nach den Moorsoldaten" mit Informationen zu den ehemaligen Lagerstandorten - sie wurden 1945 u.a. als Bundeswehrdepot, Justizvollzugsanstalt oder landwirtschaftliche Flächen genutzt. Zeitgleich ließ der Landkreis die Geschichte der Lager wissenschaftlich erforschen.

Anfang der 90er Jahre ließ der Kreis die zwölf im Emsland gelegenen Lagerstandorte mit Infotafeln beschildern. 1993 konnte das DIZ schließlich den Neubau an der Wiek rechts 22 in Papenburg beziehen. Nach der Fertigstellung der Gedenkstätte ist nun der Umzug des DIZ nach Papenburg geplant. 

Seit 2003 werden zudem wissenschaftlich begleitete Jugendcamps auf dem Gelände angeboten sowie unter der Leitung des Archäologen Falk Näth Grabungen zur Sicherung der Überreste durchgeführt. Eine Arbeitsgruppe erarbeitete zudem Gestaltungsmöglichkeiten. 2005 wurden die ersten Ergebnisse in einem offenen Gestaltungskonzept zusammengefasst, und am heutigen Donnerstag werden Mitarbeiter von zwei Planungsbüros ab 15.00 Uhr in einer öffentlichen Sitzung in Halle 1 des ehemaligen Bundeswehrdepots den Mitgliedern des Kreiskulturausschusses ihre Vorschläge zur Landschaftsgestaltung vorstellen. Seit 2006 können Gruppen auch über das Gelände geführt werden. Zudem laufen zurzeit Arbeiten zur Errichtung eines Klosters neben dem Lagergelände: Vier Schwestern der Mauritzer Franziskanerinnen wollen hier künftig Erinnerungsarbeit leisten. (vb)

aus: Meppener Tagespost vom 24.05.2007

Nächste Öffentliche Führung:

Von Februar bis Dezember an jedem 1. Sonntag im Monat um 11:00 Uhr und 15:00 Uhr.
Eine Anmeldung für Einzelbesucher ist nicht erforderlich.