Im Sommer fällt die endgültige Entscheidung

Zwei Planungsbüros stellten Pläne zur Landschaftsgestaltung der Gedenkstätte Esterwegen vor - Baubeginn in 2008 geplant
Das innere Lagertor wird beim "Krafft"-Entwurf durch die die Lagerstraßenachse brechende und sich trichterartig verengende Stahlplatten dargestellt.
Das "Erinnerungsfeld Emslandlager" (links im westlichen Bereich) mit 15 Stelen, die für die weiteren Emslandlager stehen, ist ein prägendes Element des Entwurfs "Bennis Lohrberg".

vb Esterwegen. Noch in diesem Sommer fällt die Entscheidung für die Gestaltung der künftigen Gedenkstätte Esterwegen: Am Donnerstagnachmittag hatten Vertreter von zwei Planungsbüros den Mitgliedern des Kreiskulturausschusses, dem Beirat und der Expertenkommission Gedenkstätte Esterwegen in der Halle 1 des ehemaligen Bundeswehrdepots und künftigen Besucherzentrums ihre Entwürfe vorgestellt. Zentrale Punkte waren dabei u.a. die Gestaltung der Lagerstraße, die Sichtbarmachung der Häftlingsbaracken-Standorte, der Außenmauer sowie die Schaffung eines "Ortes der Stille". "Im Spätsommer 2007 wollen wir die Förderanträge bei Bund und Land stellen, um vorbehaltlich der Bereitstellung der Zuschüsse 2008 mit der Landschaftsgestaltung beginnen zu können", umriss Landrat Hermann Bröring den weiteren Zeitplan.

Um diesen Zeitplan einhalten zu können, beauftragte der Ausschuss die Verwaltung, in den nächsten Wochen mit beiden Büros weitere Gespräche zur Entwurfsüberarbeitung zu führen. Denn kein Konzept überzeugte Fachleute, Verwaltung und die Ausschussmitglieder in Gänze. So sieht z.B. der "Krafft"-Entwurf die Markierung der Barackenstandorte durch zugeschnittene Baumgruppen vor. "Da wird die Pflege aber sehr aufwendig", hieß es zu diesem Vorschlag im Ausschuss. Hier könnte nach Meinung der Anwesenden ein anderes Material wie z. B. ein Schotter wie in anderen Gedenkstätten die bessere Lösung sein. Als Schwachpunkte des "Bennis Lohrberg"-Entwurfes kristallisierten sich in der Stärken-Schwächen-Diskussion der massive Betoneinsatz (Betonschredder zur Markierung der Barackenstandorte und "Baracken-Monolith" aus Beton zur Veranschaulichung der Dimension einer Baracke), der mitten im Wachmannschaftsbereich endende Erschließungsweg sowie das im Westen außerhalb des Geländes liegende "Erinnerungsfeld Emslandlager" heraus. Hier sollen 15 Betonstelen die Standorte der insgesamt 15 Emslandlager im Maßstab 1:750 markieren, was als "unglücklich" angesehen wurde. Nach einer weiteren Beratung der überarbeiteten Entwürfe soll schließlich die Entscheidung fallen, mit welchem Büro das Projekt verwirklicht wird.

In der anschließenden Diskussion wies Ausschussmitglied Ulla Haar noch einmal auf die hohe Akzeptanz in der Bevölkerung in Bezug auf den möglichen Wiederaufbau einer Häftlingsbaracke hin. "Denkbar wäre das Aufstellen von Teilen einer in Versen vorhandenen ehemaligen Baracke im Ausstellungsbereich der Gedenkstätte", wies Prof. Dr. Bernd Faulenbach von der Ruhr-Universität Bochum auf einen möglichen Kompromiss hin. Eine Rekonstruktion einer Baracke wurde von den Experten hingegen einhellig abgelehnt.

aus: Meppener Tagespost vom 26.05.2007

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