Unbekannte Fotos aus dem KZ in Esterwegen aufgetaucht

Die Bilder stammen aus dem Fotoalbum des ehemaligen Lagerkommandanten Karl Otto Koch. Einige sind derzeit in der Gedenkstätte Sachsenhausen ausgestellt.

Esterwegen/HB

Im Archiv des russischen Geheimdienstes FSB in Moskau sind Aufnahmen aus dem Konzentrationslager Esterwegen aufgetaucht, die in den Jahren 1935 und 1936 fotografiert worden sind. Die rund 70 Bilder stammen aus einem privaten Fotoalbum, das dem einstigen Kommandanten Karl Otto Koch (1897-1945) gehörte. Einige der Fotografien sind derzeit in der Gedenkstätte Sachsenhausen nörlich von Berlin ausgestellt, die jüngst von den Mitgliedern des Beirats "Gedenkstätte Esterwegen" besucht wurde.

Das Album umfasst fünfhundert Aufnahmen aus fünf Konzentrationslagern, in denen Koch zunächst zwischen 1933 und 1937 als Vertreter des NS-Terrorsystems auftrat. Ab 1937 war er KZ-Kommandant in Sachsenhausen und später in Buchenwald.

Die Fotos aus Esterwegen dokumentieren den Lagerzustand um 1935 und die Verlegung der Gefangenen nach Sachsenhausen im Sommer 1936. Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Gedenkstätte Sachsenhausen, äußerte sich gegenüber den Beiratsmitgliedern optimistisch, die Esterwegen betreffenden Bilder des KZ-Albums mit Einwilligung des Moskauer FSB-Archivs demnächst auch dem Landkreis Emsland zur Verfügung stellen zu können.

Der ist Eigentümer des früheren KZ-Geländes. An das Lager erinnern heute nur noch wenige Gebäudereste, die in den vergangenen Jahren während mehrerer Workshop-Camps von Jugendlichen aus der gesamten Bundesrepublik unter Anleitung eines Archäologen freigelegt worden sind. Nun will der Landkreis Emsland auf der einstigen Lagerfläche eine Gedenkstätte errichten. Dafür arbeitet er unter anderem mit dem Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager (DIZ) in Papenburg zusammen. Es hat die Geschichte der emsländischen Konzentrations- und Strafgefangenenlager aufgearbeitet. In der Nachbarschaft zur Gedenkstätte wird ein kleines Kloster errichtet, in das vier Schwestern des katholischen Ordens der Mauritzer Franziskanerinnen einziehen werden. Wie ihre künfitge Arbeit dort aussehen wird, können die Ordensfrauen Angelinis Lübbers, Annegret Budde, Veronika Bothe und Jacintha Altenburg noch nicht sagen. Sie möchten jedoch für die Besucher der Esterweger Gedenkstätte Ansprechpartnerinnen sein.

Nächste Öffentliche Führung:

Von Februar bis Dezember an jedem 1. Sonntag im Monat um 11:00 Uhr und 15:00 Uhr.
Eine Anmeldung für Einzelbesucher ist nicht erforderlich.