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Beschreibwerkstatt


In einem Pilotprojekt „Beschreibwerkstatt“ unter dem Titel „Esterwegen - die Landschaft einer NS-Gedenkstätte“ haben sich Studierende des Seminars für deutsche Literatur und Sprache der Universität Hannover in Zusammenarbeit mit dem Institut für Grünplanung und Gartenarchitektur der Universität Hannover mit dem Lagergelände befasst. Aufgabe war es, „sich mit diesem real existierenden Ort, der heute mehr wie ein idyllisches Fleckchen Natur anmutet denn als ein Ort des Grauens, auseinander zu setzen und ihn zu verbinden mit seiner Geschichte als Schauplatz des Schreckens der NS-Herrschaft. Es hieß, sich zwischen Schichten der Geschichte zu bewegen, zwischen der NS-Zeit, der Nachkriegszeit, verbunden mit Visionen für die Zukunft, wie eine zukünftige NS-Gedenkstätte in Esterwegen aussehen könnte. Es ging darum, Massen von bereits vorhandenem Wort- und Bildmaterial zu diesem Stück deutscher Geschichte mit dem eigenen Erfahren des Ortes heute zu verbinden. Und es ging immer wieder um die Frage, was möglich ist, wie man sich von der erdrückenden Wirkung eines Tabus der Unantastbarkeit befreien kann, ohne abzustürzen in Abgründe der Geschmacklosigkeit oder Pietätlosigkeit. Die Beschreibwerkstatt war viel mehr als die Vermittlung von Schreibtechniken und Handwerkszeug. Sie war eine konkrete Begegnung mit einem oft doch abstrakt erscheinenden Stück deutscher Geschichte.“

(Gyde Callesen, Freie Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin, Hannover, Leiterin der Beschreibwerkstatt)


Textbeispiele: