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Haupttor

Mit dem Bau der Lagermauer 1934 wurde ein fast sieben Meter hohes Haupttor aus Ziegelsteinen errichtet. Bau und offizielle Bilder demonstrieren den Willen des NS-Staates, ein repräsentatives Musterlager unter Leitung der SS zu schaffen. Die SS unterstrich ihren Machtanspruch symbolisch durch die Runen in der Torspitze und einen Gedenkstein links vom Eingang. Das Tor diente weniger der Lagersicherung, zumal der Häftlingsbereich gesondert bewacht war. Beim „Empfang“, beim ersten Appell vor der Kommandantur und beim täglichen Arbeitsweg durch das Tor waren die Häftlinge Schikanen ausgesetzt. Dabei wurden oft nicht die schweren Eisenflügel des Tors geöffnet, sondern die Häftlinge nur durch einen kleinen Durchlass gejagt.


Zeitzeugnis:

„Die Hände lässig in den Hosentaschen stellte sich der Scharführer breit vor die Gruppe. […] ‚Alle Anordnungen von uns sind dienstliche Befehle. Wer das vergißt, kriegt Kummer! […] Die Vorschriften [der Lagerordnung] hängen in jeder Baracke aus, alles übrige erzählen euch die Stubenbullen.’ […] Na endlich geht’s nach hinten, dachten alle erleichtert. Aber dann kam das Kommando: ‚Ganze Abteilung kehrt! [...] Laufschritt marsch, marsch!’ Die Trillerpfeife gellte.“

Valentin Schwan,
Häftling im KZ Esterwegen, aus: bis auf weiteres, Darmstadt 1961, S. 65 ff