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Ausstellung „Ordnung und Vernichtung. Die Polizei im NS-Staat“
Die Gedenkstätte Esterwegen zeigt die Ausstellung „Ordnung und Vernichtung. Die Polizei im NS-Staat“. Die Ausstellung zeigt den Weg einer reformfreudigen demokratischen Polizei in der Weimarer Republik hin zum Machtinstrument der Nationalsozialisten. Sie thematisiert die Rolle der Polizei als ausführendes Organ des nationalsozialistischen Terrors, ihre Beteiligung bei Verfolgungen und Deportationen, die Verbrechen von Polizeieinheiten während des Krieges und die Nachkriegskarrieren ehemaliger NS-Polizisten.
Für die Präsentation in der Gedenkstätte wurde die Ausstellung um neue Teile ergänzt, die die vielfältigen Verbindungen zwischen der Polizei und den Emslandlagern beleuchten. „Die wissenschaftlich fundierte und offene Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte schärft den Blick der Polizei für Herausforderungen der Gegenwart. Aus der engen Kooperation mit der Gedenkstätte Esterwegen erwächst aber nicht nur ein Erkenntnisgewinn für die Polizei, sondern auch für die Arbeit und Forschung der Gedenkstätte“, sagte Landrat Marc-André Burgdorf, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Gedenkstätte Esterwegen, anlässlich der Eröffnung.
In der Ausstellung werden beispielhaft regionale Ereignisse, wie das öffentliche Zurschaustellen von so genannter "Rassenschande" in Norden oder die Deportation von jüdischen Mitbürgern aus Hildesheim dargestellt. Ein besonderes Augenmerk richtet die Ausstellung auf die Beteiligung von Polizeiangehörigen am Holocaust. So war einer der Hauptverantwortlichen an der Ermordung von über 33.000 jüdischen Einwohnern von Kiew ein Mann, der zuvor Polizeiverantwortlicher in Braunschweig gewesen war.
Die Ausstellung geht auch noch über das Jahr 1945 hinaus und thematisiert personelle Kontinuitäten der Nachkriegspolizei, wie zum Beispiel einen Polizeibeamten, der an der Konstruktion von Vergasungswagen beteiligt war. Er konnte bis Mitte der 1960er Jahre im niedersächsischen Polizeidienst verbleiben und wurde erst 1966 zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.
Die Ausstellung ist seit dem 21. August 2024 als Dauerausstellung in der Gedenkstätte zu sehen. Der Eintritt ist frei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Kurzführungen:
Jeden 1. Sonntag im Monat, jeweils um 11 Uhr und 15 Uhr.




