Kriegsgräberstätte Gross Fullen
Die erste dokumentarisch gesicherte Bestattung auf dem Lagerfriedhof Fullen – der heutigen Kriegsgräberstätte - fand am 1. Dezember 1941 statt. Laut der Gräberlisten ruhen auf diesem Friedhof, der auf dem aufgegebenen Gelände eines ehemaligen Reichsarbeitsdienstlagers angelegt wurde, 136 namentlich bekannte und ca. 1.500 „unbekannte“ sowjetische Kriegsgefangene sowie ein unbekannter Albaner.
Aufgrund der bisherigen Auswertungen ist von einer Mindestbelegung des Lagerfriedhofes mit 449 sowjetischen Kriegsgefangenen auszugehen. 121 belegte Grabstellen lassen sich namentlich zuweisen, in überwiegender Zahl in Form von Massengräbern.
Allein im Jahr 1944 wurden dem Standesamt in Meppen 404 Todesfälle von italienischen Militärinternierten im Lager Fullen gemeldet. Insgesamt sind im Lager Fullen ca. 751 Italiener verstorben; die meisten von ihnen fielen einer grassierenden epidemischen Lungentuberkulose zum Opfer. Bestattet wurden sie auf dem Lagerfriedhof Groß Fullen. Auf der heutigen Kriegsgräberstätte Fullen fanden in den Jahren 1955 und 1958 Exhumierungen und Umbettungen der Italiener nach Hamburg und Italien statt. 29 Opfer wurden im Sommer 1955 exhumiert und nach Italien überführt. Im April 1958 erfolgte die Exhumierung der übrigen Italiener; 674 wurden auf den italienischen Ehrenfriedhof in Hamburg-Öjendorf umgebettet, 48 nach Italien überführt.
Auf einem gesonderten Bereich der Kriegsgräberstätte Fullen wurden 145 polnische Männer, Frauen und Kinder bestattet, die vom Juli 1945 bis Januar 1948 in der polnischen Enklave Maczków (Haren/Ems) verstarben.
Die auf den Kriegsgräberstätten bestatteten Opfer der nationalsozialistischen Diktatur haben durch das „Gesetz über die Erhaltung der Gräber und Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft“ ewiges Ruherecht. Die derzeitige Gestaltung der Friedhöfe wurde maßgeblich zwischen 1951 und 1974 umgesetzt. Die künstlerische Memorialgestaltung in Form von Denkmälern und Stelen ziert den Friedhof, ohne dass sie konkrete Grablagen widerspiegelt.
Kurzführungen:
Jeden 1. Sonntag im Monat, jeweils um 11 Uhr und 15 Uhr.






