Vortrag von Michael M. Lang
Sonntag, 30. August 2026, um 15.00 Uhr
Gedenkstätte Esterwegen, Hinterm Busch 1
Durch die Emigration vieler Musikschaffender nach 1933 bildete sich eine große Szene von Kulturschaffenden, die eigene Lieder und Texte aus dem Widerstand im nationalsozialistischen Deutschland vertonten. Michael Lang sammelt seit Jahrzehnten diese historischen Tondokumente, äußerst seltene Schellackplatten wie auch Rundfunkaufnahmen aus der Zeit, die er vorstellen möchte.
Die Lieder zeigen, dass Widerstand nicht nur in Literatur und bildender Kunst, sondern auch in der Musik zum Ausdruck kam. Das Material reicht von den Moskauer Aufnahmen Ernst Buschs über die Songs der internationalen Brigaden in Spanien, die Kompositionen der Arbeiterbewegung in den USA bis hin zur Musik der Resistance in Frankreich. Zur Sammlung von Lang gehören auch Aufnahmen des Moorsoldatenliedes, das im Konzentrationslager Börgermoor am 27. August 1933 erstmals aufgeführt und wenige Tage später verboten wurde.
Die Zeilen des Liedes, die den inneren Widerstand wie die Sehnsucht der Häftlinge nach Freiheit ausdrückten, gingen zunächst auf papierenen Liedblättern und später als Schellackplatten aus der Sowjetunion, Spanien und den USA im wahrsten Sinne des Wortes um die Welt. Heute existieren weltweit mindestens 500 Versionen des Liedes in vielen verschiedenen Sprachen. Lang kann zu den ältesten Interpretationen die Entstehungsgeschichte erzählen und lässt seine Zuhörer teilhaben an verloren geglaubten Originalaufnahmen.




