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Sonderausstellung in der Gedenkstätte Esterwegen

Paul Glaser präsentiert DIE TÄNZERIN VON AUSCHWITZ. Die Geschichte einer außergewöhnlichen Frau.

Ein Schock durchfährt Paul Glaser während eines Besuches in Auschwitz, als er in einer Vitrine einen Koffer aus den Niederlanden mit seinem Familiennamen entdeckt. Für ihn ist dies der Augenblick, das bis dahin sorgsam gehütete Geheimnis der jüdischen Wurzeln seiner Familie zu enthüllen und die bisher geheim gehaltene unglaubliche Überlebensgeschichte seiner Tante Rosie bekannt zu machen. Er schreibt ein Buch und beginnt, in Vorträgen die Geschichte zu erzählen.

Diese temperamentvolle und emanzipierte Tanzlehrerin und Tänzerin musste ihren Lebensmut gegen den nationalsozialistischen Terror verteidigen. Als die Deutschen 1940 die Niederlande besetzten, beginnen für die damals 25-jährige lebensfrohe Frau die schockierenden Erfahrungen mehrfachen Verrats durch niederländische Kollaborateure und ein Leidensweg durch 7 Konzentrationslager. Mit einem außerordentlichen Lebenswillen, dem Handeln aus dem Herzen heraus und mit enormer Klugheit überlebte sie. Dazu erteilte sie den SS-Führern in Auschwitz Tanz- und Benimmunterricht und unterhielt sie mit Liedern, die sie vor Ort erdachte.

Paul Glasers Buch entstand aus Rosies Tagebüchern, Briefen und Fotos, Gesprächen und Recherchen in niederländischen Archiven. Es ist ein authentischer und emotionaler Lebensbericht. Aber die Geschichte erzählt auch vom Kampf zwischen Erinnern und Vergessen in einer Familie und von einem beharrlichen Bemühen des Autors, seine Familiengeschichte zu verstehen. Es geht um eine außergewöhnliche und wahre Geschichte, die tief in der Seele berührt. Sie zeigt, dass es einen scharfen Unterschied zwischen Gut und Böse im Krieg nicht gibt.

Die multimediale, zweisprachige (deutsch/niederländische) Sonderausstellung erweitert die Inhalte des Buches um eine Vielzahl an Bildern und Filmsequenzen der damals bekannten Tänzerin und Tanzlehrerin, etwa aus Wochenschauen und aus einer 1942 filmisch dokumentierten illegalen Tanzschule auf einem Dachboden.

Paul Glaser wurde 1947 in Maastricht geboren. Er bekleidete Führungspositionen in Bildungs- und Krankeneinrichtungen, etwa als Geschäftsführer niederländischer psychiatrischer Krankenhäuser. Er beteiligte sich an der Gründung eines Museums, eines Regionaltheaters und einer Montessori-Schule. „Die Tänzerin von Auschwitz“ ist sein erstes Buch für ein breites Publikum. Er will erreichen, dass diese Geschichte nicht geheim bleibt.

Aufgrund der Corona-Pandemie muss aus Gründen des Infektionsschutzes auf eine Eröffnungsveranstaltung leider verzichtet werden.

Die Ausstellung ist vom 12. Juli bis 1. November 2020 in der Gedenkstätte Esterwegen zu sehen.

Das Buch von Paul Glaser ist in dieser Zeit in der Gedenkstätte Esterwegen erhältlich.

Der Eintritt ist frei.

Start:
12.07.2020 um 10:00 Uhr
Ende:
01.11.2020 um 18:00 Uhr

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Kurzführungen

auf dem Außengelände der Gedenkstätte Esterwegen